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Geschäftsvitrinen, Internetseiten und Zeitungsinserate sind voller Angebote zum Tag der Verliebten, dem 14. Februar. Das war noch vor 25 Jahren ganz anders.
Eingeführt wurde der Brauch des Valentintags in unserem Land 1948 in der Romandie und 1949 in den Städten der Deutschschweiz durch den Floristenverband. Damals war der Tag so unbekannt, dass die Blumenhändler zur Information der Kundschaft noch Zettel verteilen mussten: Der Brauch sei über 600 Jahre alt, im frankophonen und anglophonen Raum verbreitet und man könne dem Chef, einem Kameraden oder einem netten Mädchen einen Blumenstrauss zusenden lassen.
Freundschaft und Dank Zuerst war der Valentinstag also generell ein Tag der Freundschaft und des Dankes, nicht nur eine Sache der Verliebten. In unseren Breitengraden pflegten einzig die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten den Brauch. Auch in der Schweiz harzte es mit der Einführung. Daran vermochten auch jene Bäcker und Konditoren nichts zu ändern, die im Vorfeld des Valentinstages geschickt mit der einen oder anderen süssen Überraschung aufwarteten. Erst zu Beginn der 1980er Jahre hiess es bei den Blumenhändlern, nach Weihnachten und Muttertag stehe der Valentinstag umsatzmässig an dritter Stelle. Innert weniger Jahre wurde der Brauch nun auch in der Schweiz populär.
Ein alter Ursprung?
Zu Pate steht dem Valentinstag Bischof Valentin aus der Stadt Terni im italienischen Umbrien. Bischof Valentin soll ein eifriger Gärtner gewesen sein und den Verliebten Blumen geschenkt haben. Weiter habe er Verliebte nach christlichem Ritus verheiratet, darunter auch Paare, deren Bräutigam Soldat war und als solcher nicht hätte heiraten sollen. Das habe dem römischen Kaiser Claudius missfallen, der Valentin in Rom in den Kerker werfen liess. Noch im Gefängnis habe Valentin der schönen Tochter des Kerkermeisters Liebesbriefe geschrieben, bevor er im Jahre 269 geköpft wurde. Sein Martyrium soll am Tag der Lupercalien geschehen sein, dem 14. Februar, einem Feiertag der Göttin Juno, Schutzpatronin der Ehe, an dem sich auch Jugendliche als Partner zugelost wurden. Dies ist der Stoff, aus dem die Legenden sind, die Valentin 1700 Jahre später zum idealen Patron eines Tages der Verliebten machen sollten. Dass es aber mehr als einen heiligen Valentin gibt und dass «unser» Valentin während Jahrhunderten gegen Epilepsie angerufen wurde und mit Liebe reichlich wenig am Hut hatte, sei nur am Rande bemerkt. Neuere Erklärungen suchen den Ursprung im Fest Maria Lichtmess, bei dem Maria nach der Geburt Jesu zur rituellen Reinigung in den Tempel ging und ihren Sohn mitnahm. Dieses Fest wird in der Ostkirche am 14. Februar begangen (in der römisch-katholischen Kirche auf den 2. Februar vorverschoben). Weltliche Zeugnisse für Freundschafts- und Liebesbezeugung an diesem Tag datieren für England aus dem 15. Jahrhundert.
Valentinsbrot und -gebäck Da Liebe durch den Magen geht, hat der SBKV 1983 den Brauch, sich am Valentinstag Blumen zu schenken, adaptiert auf Backwaren in Blumenform und eine Valentinsblume aus Hefeteig sowie ein Blüemlikonfekt lanciert. Später kreierte die Richemont Fachschule Rezepte für Valentinsbrot mit Party- oder Bauernbrotteig sowie für gefüllte oder ungefüllte Valentins-Schokolade-Blumen. Das Beispiel der gewerblichen Bäckereien-Konditoreien zeigt, wie in jeder Backstube eigene Ideen verwirklicht werden können: im Falle des Valentinstages sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Von karamelisierten Mandelherzen bis zu herzförmigen Gebäcken, mit Schokolade gefüllt und mit rosarotem Puderzucker bestreut, ist in den Auslagen der Fachgeschäfte eine erstaunliche Vielfalt zu entdecken. Dass man sich im Trott des Alltags und in der Hektik des Berufslebens gegenseitig Aufmerksamkeit schenkt, ist ein schöner Gedanke. Zweifelsohne gehören dabei die kulinarischen Überraschungen zu den beliebtesten und – im wortwörtlichen Sinne – zu den geschmackvollsten!
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